Flat Swap
Filmische Begleitung und Ermöglichung von Wohnungstausch in Berlin
FLAT SWAP
Teaser für eine Webserie als künstlerische Notfallintervention
Idee & Konzept: Dorothee Wenner
Co-Regie: Dorothee Wenner & Lea Najjir, Participation Films
Logline
Warum funktionieren die Berliner Wohnungstauschbörsen nicht? Die Webserie begleitet Tauschwillige und geht dieser Frage auf den Grund. Mit dem Ziel, eine Koalitionenbildung zu iniitieren, die die Tauschbörsen zum Laufen zu bringen könnte: Der Kreuzberger Teaser präsentiert den Plan für ein filmisches Polit-Experiment in ganz Berlin.
Worum geht es?
Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist katastrophal – nicht nur in Berlin, aber hier ist es besonders schlimm. Darauf können sich alle einigen. Was zu tun ist – darüber gehen die Meinungen auseinander. Sicher ist: die Folgen des völlig aus dem Ruder geratenen Immobilienmarktes und der akuten Wohnungsnot sind gravierend, bedrohen das städtische Zusammenleben und das, was Berlin mal lebenswert, interessant und ‚anders‘ gemacht hat.
Schwerwiegend sind die Auswirkungen für die vielen Menschen, die von der grassierenden Wohnungsnot akut betroffen sind. Biographien, Berufsausbildungen, Freundschaften, Familienfrieden, Liebesglück … all das und noch viel mehr hängt unmittelbar
davon ab, ob man eine geeignete Wohnung hat oder finden kann.
In FLAT SWAP geht es um Wohnungstauschbörsen. Genauer: um eine Strategie, mit künstlerischen Mitteln und Aktionen gegen den akuten Wohnraummangel vorzugehen, die das überaus komplexe Problem nicht lösen wird, aber eine relevante Erleichterung schaffen könnte. Im Fokus stehen Wohnungstauschbörsen, die es in Berlin zwar gibt, die aber nicht funktionieren, selbst Bausenator Christian Gabler bezeichnete sie jüngst als „Flop“ – und versprach für die Zukunft Nachbesserungen, um Wohnungstausche attraktiver zu machen: den Ball nehmen wir gerne auf! Wir verstehen unser Projekt als eine Notfallintervention – künstlerisch induzierte ‚Erste Hilfe‘ – die die Wohnungstauschbörsen in endlich Gang bringen soll.
Das Institut der deutschen Wirtschaft beziffert die bundesweite Unter- und Überbelegung – also Menschen, die in deutschen Großstädten in ‚zu kleinen‘ bzw. ‚zu großen‘ Wohnungen leben in einem aktuellen Kurzbericht auf jeweils sechs Prozent und stieß auf Basis dieser Zahlen vor einigen Monaten eine Debatte zum Wohnungstausch an. Während die erwähnten Statistiken zwar von anderen Organisationen, z.B. von der Linkspartei, in Frage gestellt wurden, halten die meisten Expert*innen organisierte Wohnungstauschringe für sinnvoll. Bloß – wie kriegt man die in Berlin zum Laufen? Warum funktionieren sie in München und Wien so viel besser? Von den 60.000 Tauschangeboten, die in Berlin im Jahr 2021 auf der Plattform der sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften inseriert waren, mündeten nur 240 in realisierte Tauschvorgänge. Derzeit sind Wohnungstausche nur innerhalb der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften möglich – um nur eine der Hürden zu erwähnen…
HIER BEGINNT: DER KREUZBERGER TEASER FÜR DIE WEBSERIE FLAT SWAP.
Die beiden tauschwilligen Parteien sind unsere Pionier*innen, an deren Beispiel wir den Plan, die Aktivitäten der weiteren Webserie entwickeln und skizzieren: welche Voraussetzungen, Anregungen und Vorschläge gibt es für das bessere Funktionieren von Wohnungstauschbörsen? Wie können Wohnungstauschwillige sich unterstützen? Was sind die Hindernisse, Blockaden bei Wohnungstauschen – und wer sind die dafür Verantwortlichen? Wer sind unsere Verbündeten? Wie, wer, was könnte zu einer Koalition aller Beteiligten führen?
Die Protagonist*innen leben in Friedrichshain/Kreuzberg, ihre „schauspielerische Begabung“, ihr Humor und ihre Bereitschaft vor der Kamera ihre oft absurden Alltagserfahrungen als Wohnungstauschwillige zu teilen sind wichtige Kriterien beim Casting.
INTERESSE AN MITWIRKUNG?
Dramaturgie & Filmische Umsetzung
Filmisch setzen wir auf einen Erzählstil, der für ein großes Publikum ansprechend/ unterhaltsam /spannend ist. Die Visualisierung setzt sich durch genaue Beobachtung von Räumen, Personen und Situationen vom „Reportagestil“ ab, die Dramaturgie erlaubt eigenständiges Mitdenken. Wir sind überzeugt: Das Thema hat „Kinopotential“, schließlich ist kaum ein Thema ist im urbanen Miteinander derzeit emotional aufgeladener als Wohnen bzw. fehlender Wohnraum. Wir möchten ein Publikum erreichen, das die Zukunft der Stadt nicht nur „der Politik“ und erst erst nicht allein den Akteuren der Börse überlässt. Deswegen eröffnen wir mit dem Teaser auch einen flankierenden Social Media Kanal, der betroffene/interessierte Berliner*innen zur Mitwirkung an der Serie gewinnen möchten. Bewerbungen fürs „Casting“ der folgenden Episoden ist nur eine Möglichkeit! Erfahrungsberichte, Tipps und Anregungen sind ausdrücklich erwünscht!
Die Dramaturgie, das „Drehbuch“ für den ca. 7-minütigen Teaser werden wir mit den jeweiligen Parteien gemeinsam entwickeln: wir werden Themen, Problemstellungen und Aktivitäten skizzieren/antizipieren, die im Handlungsverlauf der Webserie weitergehend angepackt werden. Wir werden Entscheidungsträger aus der Politik und Repräsentanten von Immobilienfirmen identifizieren und kontaktieren, die später in der Webserie zu Wort kommen sollen – vielleicht im Teaser Interesse an einer weiteren Mitwirkung signalisieren? Wie kann man mit künstlerischen Mitteln die dazu notwendige „Koalitionsbildung“ anregen, unterstützen, fördern und fordern, die die Wohnungstauschbörsen für GANZ Berlin in Gang bringen würden?
Der inhaltliche Schwerpunkt des Teasers wird auf der Erkundung der Emotionalität liegen, die Umzüge/Wohnungstausche für Tauschwillige mit sich bringen. Dazu gehört die Bereitschaft, sich auf „die andere Partei“ einzulassen, das Kennenlernen, den Ideen, wie man z.B. älteren Menschen beim Umzug unterstützen kann, wie man das Ankommen in neuen Hausgemeinschaften erleichtern kann, was alles davon abhängt – ob es klappt oder nicht? Der Stress, die Wünsche, die Zwänge… Wir – das Filmteam – sind dabei nicht nur passive Beobachter, obwohl wir es vorziehen, stets hinter der Kamera zu bleiben (außer, wenn es dramaturgisch nicht anders geht). Wir unterstützen die Protagonist*innen mit unseren Ideen, Netzwerken und Kontakten (vielleicht kommt mal die rbb Abendschau vorbei?) und setzen die Kamera ggf. auch mal als „Druckmittel“ ein.
Zielgruppe: Alle Menschen, die sich aktiv für Immobilienpolitik (nicht nur in Berlin)
interessieren/engagieren, Wohnungstauschwillige Berliner*innen und sowie
Entscheidungsträger*innen aus Politik und Wirtschaft. Und ein Internetpublikum, das neugierig auf innovative, dokumentarsiche Erzählformen ist.
* Zur Begriffsklärung: Im „Branchensprech“ bezeichnet ein ‚Teaser‘ die filmisch ansprechende Kurzversion und Skizzierung des weiteren Vorhabens – also der Webserie – mit der Vorstellung der Protagonist*innen, beispielhafter Kameraführung und Dramaturgie.
Kurzbiographien der Mitwirkenden:
DOROTHEE WENNER ist Filmemacherin, Kuratorin und Autorin. Sie arbeitet bei der Berlinale in der Programmvorauswahl der Sektion Panorama und beim World Cinema Fund. Beim Humboldt Forum ist sie als externe Kuratorin im Bereich Kino tätig. Als Filmemacherin realisierte sie zuletzt die Webserie KINSHASA COLLECTION und SONNTAG IN BERLIN. Ihre Erfahrungen vor allem aus diesen beiden erwähnten Projekte werden maßgeblich und konstruktiv in das neue Vorhaben einfließen.
LEA NAJJAR wuchs zwischen Wien und Beirut auf und schloss 2014 ihr erstes Studienjahr an der American University of Beirut im Libanon ab. Im Jahr 2021 erhielt sie ihr Diplom in Dokumentarfilmregie von der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, Deutschland. Ihr erster Langdokumentarfilm, Kash Kash, feierte seine Weltpremiere auf dem CPH:DOX in Kopenhagen. Er gewann den NEXT Award für den besten Debütfilm, den First Steps Award für den besten Newcomer-Dokumentarfilm in Deutschland, den Golden Frog bei Camerimage und den SWR-Deutschen Dokumentarfilmpreis. Im Jahr 2024 nahm sie am Programm „Berlinale Talents“ teil und ist derzeit Mitglied des Teams „The Good Media Network“ in Berlin, wo sie an der Organisation des Festivals „Dokumentale“ mitwirkt. Sie war Jurymitglied für den SWR-Deutschen Dokumentarfilmpreis 2024 und ist derzeit Programmgestalterin für das Achtung Berlin Film Festival.
MANUEL MEINHARD (Kamera) strebt nach Filmen mit Relevanz, sozialer Wirkung und Hoffnung. Diese Filme können lang oder kurz, fiktiv oder real, farbenfroh oder düster, lustig oder herzerwärmend, überwältigend oder abstrakt, still oder voller Musik sein. Filme, die die Geschichten von Menschen erzählen, die wichtig sind. Es ist Manuel eine große Freude, diese Geschichten visuell umzusetzen und dabei wunderbare Menschen kennenzulernen.
MIHIR MOSHIUR (Graphik, Design, Social Media) ist ein preisgekrönter multidisziplinärer Künstler und Filmemacher, der in den Bereichen Storytelling, Motion Design und hybride Medien tätig ist. Er begann im Bereich Produktionsdesign und erweiterte sein Tätigkeitsfeld auf Postproduktion, Branding und Kommunikationsdesign. Mihir hat international ausgestellt und wurde von der Asian Art Biennale und den Munich Music Video Awards ausgezeichnet. Mit über acht Jahren Erfahrung in Südasien und Europa arbeitet er mit Studios und Marken zusammen, um immersive visuelle Erzählungen zu schaffen. Von Berlin aus erforscht Mihir KI, VR und nachhaltige Methoden, um die Grenzen der neuen Medienkunst und des Storytelling zu erweitern.











